Frostschutz für Sprinkleranlagen
Im Brandfall jederzeit einsatzbereit
Bricht in Hochhäusern, Hotels, großen Produktions- oder Lagerhallen oder in Tunneln ein Brand aus, braucht die Feuerwehr Zeit, um mit Schläuchen und anderem Löschgerät einsatzbereit zu sein. In der Anfangsphase unterstützt eine automatische Feuerlöschanlage die Feuerwehr und kann den Brand eindämmen. Im besten Fall wird eine Sprinkleranlage niemals eingesetzt, muss aber jederzeit einsatzbereit sein! Deshalb wird sie häufig als Nasssystem ausgelegt, das einen konstanten Wasserdruck in der angeschlossenen Brandschutzverrohrung sicherstellt und sofort einsatzbereit ist.
Der Kopf eines Sprinklers ist mit einer kleinen, temperatursensitiven Glasampulle versiegelt, die bei Erreichen der Auslöstemperatur platzt und das Löschsystem auslöst. Diese Ampullen sind mit einer speziell eingefärbten Flüssigkeit gefüllt und haben eine Luftblase, die den normalen schwankenden Luftdruck ausgleicht. Die Farbe der Flüssigkeit gibt die Auslösetemperatur an. Steigt der Luftdruck über den Auslösepunkt, platzt die Ampulle und öffnet den Stopfen zur Wasserleitung. Dadurch strömt Wasser in die aktivierten Sprinkler und wird verteilt. Es werden nur die Sprinkler in unmittelbarer Nähe des Brandherds aktiviert. Nach dem Löschen des Brandes werden die Sprinkler ersetzt, und das System ist wieder betriebsbereit.
Sprinkleranlagenbeheizung anfragen
Elektrische Begleitheizungslösung für Rohrleitungssysteme
Um die dauerhafte Verfügbarkeit von Sprinkleranlagen sicherzustellen, müssen die wasserführenden Brandschutzrohrleitungen bei Kalttemperaturen vor Frost geschützt werden. Wirksamer Frostschutz und die Verhinderung des Einfrierens von Sprinklerleitungen sind daher keine optionalen Extras, sondern Pflichtanforderungen für jedes Nasssystem, das in einem Gebäude mit frostgefährdeten Rohrabschnitten installiert ist. Hierfür wird elektrische Begleitheizung eingesetzt. Sie gewährleistet sofortige Betriebsbereitschaft und erhält die Qualität des gesamten Löschsystems. Das Heizband wird mit Hilfe eines Aluminium-Klebebands am Rohr befestigt und über eine Anschlussbox in einen entsprechenden Schaltschrank geführt. Das gesamte Begleitheizungssystem ist als Kaskadensystem ausgelegt. Die Redundanz des Systems gewährleistet Sicherheit im Brandfall, auch wenn ein Heizkreis ausfällt.
Normen, Zulassungen und Vorschriften spielen bei der Planung und Installation von Begleitheizungssystemen für Sprinkleranwendungen eine wichtige Rolle. In Europa müssen Sprinkleranlagen die EN 12845 (Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Automatische Sprinkleranlagen) erfüllen, die Anforderungen an Planung, Installation und Wartung von Systemen einschließlich Frostschutzmaßnahmen für Nassanlagen vorschreibt.
Da im Brandfall jede Sekunde zählt, haben Nasssysteme gegenüber Trockensystemen den großen Vorteil einer kürzeren Reaktionszeit. Trockensysteme sind statt mit Wasser mit Luft gefüllt und werden im Brandfall erst mit Wasser geflutet.
Obwohl sie dadurch inträrent frostsicher sind, benötigen sie mehr Zeit bis zum Beginn der Brandlöschung. Nasssysteme hingegen sind auf einen wirksamen Frostschutz aller wasserführenden Brandschutzrohrleitungen angewiesen, um das ganze Jahr über betriebsbereit zu bleiben – genau hier bietet elektrische Begleitheizung die entscheidende Lösung zur Verhinderung des Einfrierens von Sprinklerleitungen.
Keyfacts
- Schnelle Reaktionszeit im Brandfall
- Redundantes Systemdesign
Die Regeltechnik ist zentral für den zuverlässigen Betrieb des Begleitheizungssystems. Temperatursensoren werden an repräsentativen frostkritischen Punkten entlang der Rohrleitungen installiert. Diese Sensoren liefern Messwerte an Begleitheizungsregler, die die Heizkreise auf Basis konfigurierbarer Solltemperaturen ein- und ausschalten, typischerweise bei ca. +5°C aktivieren und nach Wiederherstellung einer sicheren Temperatur deaktivieren.
FAQ
Eine Sprinkleranlage ersetzt die Feuerwehr im Brandfall nicht, sie ergänzt sie lediglich! Die Feuerwehr benötigt wertvolle Zeit, um ihr Löschsystem vom Wasserhydranten bis zum Brandort aufzubauen. Eine Sprinkleranlage kann während dieser Zeit damit beginnen, den Brand einzudämmen.
Das Nass-Löschsystem steht dauerhaft unter Wasserdruck und ist daher weniger zeitverzögert und schneller einsatzbereit. Außerdem kann es die Ausbreitung des Brandes früher eindämmen.
In jedem Sprinklerkopf befindet sich eine Ampulle mit einer gefärbten Speziallösung und einer Luftblase. Die Luftblase gleicht den normalen, schwankenden Luftdruck aus. Wird es durch einen Brand zu warm und ist der Luftdruck zu hoch, platzt die Ampulle und löst einen Stopfen aus der Wasserleitung. Das Wasser strömt dann durch den entsprechenden Sprinklerkopf und dämmt den Brand ein.
Um sicherzustellen, dass das gesamte System im Brandfall funktioniert, ist Frostschutz für alle wasserführenden Rohrleitungen in der kalten Jahreszeit unerlässlich. Frost bewirkt, dass das Wasser in den Rohren gefriert, was bedeutet, dass kein Wasser zur Brandlöschung zur Verfügung steht. Darüber hinaus können Rohre platzen oder beschädigt werden, sodass das System im Brandfall nicht ordnungsgemäß funktioniert.
Da die Begleitheizungsanlage als Kaskadensystem mit mehreren unabhängigen Heizkreisen ausgelegt ist, gefährdet der Ausfall eines einzelnen Kreises den Frostschutz des gesamten Sprinklernetzwerks nicht. Nur der spezifische Rohrabschnitt, den der betroffene Kreis versorgt, verliert seine aktive Beheizung; alle anderen Kreise arbeiten weiter normal. Das Überwachungssystem erkennt den Fehler sofort über den dedizierten Regler des Kreises und löst Alarm aus – entweder lokal am Schaltschrank oder zentral über das Gebäudeautomationssystem – damit die Instandhaltung umgehend entsandt werden kann. Dies ist genau der Sicherheitsvorteil der Kaskadenarchitektur gegenüber einem Einkreis-Design: Kein einzelner Ausfallpunkt kann das gesamte Nasssystem außer Betrieb setzen.
Ja – die Nachrüstung elektrischer Begleitheizung an bestehenden Brandschutzrohrleitungen erfordert in der Regel keine Entleerung oder Außerbetriebnahme der Sprinkleranlage. Das selbstregulierende Heizkabel oder Festwiderstandskabel wird von außen auf das Rohr aufgebracht und mit Aluminium-Klebeband befestigt.
Die Wartung eines Sprinkler-Begleitheizungssystems ist im Allgemeinen unkompliziert und wartungsarm – ein wesentlicher Vorteil dieser Frostschutzmethode. Das empfohlene jährliche Wartungsverfahren umfasst: Sichtprüfung aller zugänglichen Heizkabel, Anschlussboxen und Endkappen auf mechanische Schäden, Feuchtigkeitseintritt oder Korrosion; Funktionstest aller Heizkreise durch Verifizierung des Stromflusses und Vergleich mit den Inbetriebnahmedaten; Prüfung aller Temperatursensoren auf korrekte Messwerte; Test aller Alarmausgänge und Reglerfunktionen sowie Überprüfung des Betriebsprotokolls auf aufgezeichnete Fehler.